Wuwei Qigong

Du möchtest Qigong näher kennenlernen und die Wirkungen von Qigong auf Dich selbst erfahren? Dann komm zu einem unserer Kurse oder Workshops.

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4000 Jahre Qigong, eine lange Geschichte kurz beschrieben

Über die Entstehung und Entwicklung von Qigong gibt es unendlich viele Geschichten. Wir haben die wichtigsten für Dich dargestellt.

Kaiser Yáo (尧) und der Gelbe Fluss

»Vor mehr als 4.300 Jahren, zur Zeit des legendären Kaiser Yáo wurde die Ebene Nordchinas häufig vom Gelben Fluss überschwemmt. Die Menschen litten sehr. Neben Hunger und wiederholter Zerstörung bekamen sie schmerzhafte Gelenkbeschwerden. Sie versuchten vieles, um diese Beschwerden zu mildern und fanden heraus, dass bestimmte Körper- und Atemübungen ihren Zustand deutlich verbesserten.«

Xíngqìyùpeìmíng – der Jadeknauf

Die erste überlieferte Qigong-Übung steht auf einem Jadeknauf (ca. 2.300 Jahre alt):

»Beim Einatmen führt man das Qi tief ein:
Man hält (den Atem) an und er sei gesammelt.
Ist er gesammelt, so dehne er sich aus.
Dehnt er sich aus, so gehe er hinab.
Geht er hinab, so sei er ruhig.
Ist er ruhig, so sei er gefestigt.
Ist er gefestigt, so keime er.
Keimt er, so wachse er.
Wächst er, so werde er (nach oben) zurück gezogen.
Wird er zurückgezogen, so erreiche er den Scheitel.
Im Scheitelpunkt stoße er oben an.
Im Tiefpunkt stoße er unten an.
Wer diesem folgt, wird leben.
Wer diesem entgegen handelt, wird sterben.«

Der TCM-Klassiker

Circa vor 2.200 Jahren entstand das ›Huángdì Nèijīng‹ (黄帝内经, zwei Bände, das Sùwèn und das Língshū). Heute kann es unter dem Namen ‚Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin‘ gekauft und gelesen werden. Es gilt immer noch als Grundlagenwerk der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es beschreibt unter anderem Yin und Yang, Qi, Funktionskreise, Meridiane, Akupunkturpunkte und Qigong-Praktiken.

Das Seidentuch aus Mawangdui

»Erst im Jahre 1973 wurde ein knapp 2200 Jahre altes Seidentuch aus Mǎwángduī (馬王堆) entdeckt. Es lag als Grabbeilage für Li Cang (利蒼) und beschreibt 43 Qigong-Übungen. Dem Seidentuch wurde im Nachhinein der Titel „Illustrationen zum Leiten und Dehnen“ (dǎoyǐntú, 導引图) gegeben.«

Ein Buch mit 113 Qigong-Übungen

»Vor über 1400 Jahren hat Cháo Yuánfāng (巢元方) 113 Qigong-Übungen beschrieben. Der Leibarzt des Kaisers der Sui-Dynastie nannte sein Buch ‚Zhū bìngyuán hòu lùn‘ (诸病源候论, Quellen und Symptome aller Krankheiten). Die Qigong-Übungen dienen der Behandlung von über 1000 Krankheiten. Die erste beschriebene Qigong-Übung aus diesem Buch, lernt ihr bei Wuwei Qigong – Tàiyǐ Yuánmínggōng.«

Über 4.000 Jahre Qigong – viele Namen

  • Meditation in Bewegung
  • Heilatmen
  • Chinesische Gymnastik
  • Weg zur ganzheitlichen Gesundheit
  • Arbeit mit dem Qi
  • Arbeit mit der Lebensenergie
  • Übungen zur Beeinflussung der Lebensenergie
  • Fähigkeiten das Qi zu beeinflussen
  • Methode zur Gesunderhaltung und Therapie
  • Daoyin und Tuna

Der Begriff Qigong

Obwohl Qigong (氣功, Qìgōng) seit 4.000 Jahren praktiziert wurde, gab es in China keinen einheitlichen Namen dafür. Bis 1949 waren vor allem zwei Bezeichnungen weit verbreitet. Daoyin (導引, dǎoyǐn, dehnen und strecken) für gymnastische Übungen und Tuna (中医, tǔnà, herauslassen und aufnehmen) für Atemübungen. Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Begriffe, die als Voräufter von Qigong betrachtet werden können. Beispielshaft aufgeführt:

  • Xingqi (行气, Xíngqì, im Sinne von Laufen, Gehen)
  • Fuqi (服气, Fuqì, im Sinne von Einnehmen, Essen)
  • Yangsheng (养生, Yǎngshēng, Nähren/Pflege des Lebens, Ursprung aus dem Zhuangzi)

Am 03. März 1949 entschied eine Gruppe um Liu Guizhen sich für den Namen Qigong. Unter diesem Begriff werden seit 1949 verschiedene Qigong-Formen und Qigong-Stile zusammengefasst. Andere Schreibweisen für Qigong sind: Qi Gong, Chi kung, chi gong.

Qigong als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Tradionelle Chinesische Medizin (中医, zhōngyī) wurde erstmal umfassend im ›Huángdì Nèijīng‹(‚Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin‘) beschrieben.

  • Heilmittelkunde
  • Akupunktur (inkl. Moxibustion)
  • Qigong
  • Massage (Tuina)
  • Diäthek

Qigong wird als Bestandteil der TCM in chinesischen Kliniken eingesetzt. Sowohl in seiner Bewegungsform, als auch als Heilungsform durch Qi-Übertragungen von chinesischen Ärzten. Qigong wird zur Reduktion der benötigten Arzneimittel eingesetzt, soll die Krankheitsdauer verkürzen und krankheitsbedingte Schmerzen vermindern.

Mehr über die TCM (z. B. Akupunkturpunkte, Meridiane, …) erfährst du auf unseren TCM-Seiten (Zugang nur mit Mitgliedschaft).

Elemente des Qigong

Qigong verbindet drei Elementen.

Körper, Bewegung (调身, tiáoshēn)

Mit dem Körper sind alle körperlichen Bewegungen (inklusive der Nicht-Bewegung, Stille, Sitzen, Liegen, …) verbunden.

Atmung, Emotionen (调吸, tiáoxī)

Unter der Atmung verstehen wir das Ein- und Ausatmen, die Atempausen, Nasen- oder Mundatmung und wann welche Atmung erfolgt (hört sich komplizierter an, als es tatsächlich ist). Atmung beeinflusst wesentlich die Emotionen, sowie umgekehrt die Emotionen stark die Atmung beeinflussen.

Geist, Vorstellung (调心, tiáoxīn)

Deine Gedanken, dein Denken, alles womit du dich während deiner Praxis gedanklich beschäftigst bezeichnen wir als Geist. Dein Geist erschafft in seiner Vorstellung die Welt. Mit deiner Vorstellung lenkst du deine Energie.

Qi-Fluss

Wenn Körper, Atmung und Geist (Bewegung, Emotionen und Vorstellung) im Einklang sind (in der Grafik: Qi-Fluss), kann deine Lebensenergie, das Qi, optimal fliessen. Die Kultivierung deiner Lebenskraft entsteht, wenn du regelmäßig diesen Lebensenergie-Fluss anregst. Der Weg zum mittleren Feld (Qi-Fluss) führt über die einzelnen Elemente und der schrittweisen Verfeinerung der Integration der Elemente.

»Qigong-Übungen unterstützen und fördern die Beweglichkeit und Kraft, es wirkt positiv auf die Funktion der fünf Sinne, insbesondere auf das Hören und Sehen, es unterstützt die reibungslose Funktion der inneren Organe und es vermittelt ein tief wohliges Gefühl. In seinem ganzheitlichen Ansatz ist es in der Lage, die drei Körper des Menschen zu harmonisieren: den physischen, den emotionalen und den geistigen Körper.«

Ulla Blum

Das ist der Weg von Wuwei Qigong. Es ist der Weg zur Kultivierung deiner Lebenskraft.

Die verschiedenen Qigong-Formen

Falls du mal etwas von Donggong oder Zhangong hörst, erklären wir hier kurz die Bedeutung derunterschiedlichen Qigong-Formen.

Donggong oder Waigong
Beim Donggong (动功, Dònggōng, Qigong in Bewegung oder dynamisches Qigong) und Waigong (外功, Wàigōng, äußeres Qigong) stehen für eine Qigong-Praxis in Bewegung. Entweder nach festgelegten Regeln und Formen, oder spontan. Es fördert die Kräftigung und Unterstützung des Körpers und die Harmonisierung von Körper, Geist und Atem.
Es wird auch ›Meditation in Bewegung‹ genannt und eignet sich sehr gut zum Einstieg ins Qigong.

Jinggong oder Neigong
Jinggong (静功, Jìnggōng, stilles Qigong oder Qigong in Ruhe) und Neigong (内功, Nèigōng, inneres Qigong) bezeichnen eine Qigong Praxis ohne körperliche Bewegung. Sie können im Sitzen, Stehen oder Liegen ausgeführt werden. Im Vordergrund steht die Stärkung der geistigen Fähigkeiten. Die Entspannung des Körpers und die Regulierung des Atems treten dabei meist ein wenig zurück.

Wogong
Von Wogong (卧功, Wògōng) spricht man, wenn Qigong im Liegen ausgeführt wird.

Xinggong
Das Xinggong (行功, Xínggōng) ist Qigong im Gehen .

Yinggong
Von Anhängern der Kampfkünste wird oft Yinggong (硬功, Yìnggōng, hartes Qìgōng) praktiziert. Es dient zur Abhärtung und Kraftentwicklung.

Youfagong
Yòufāgōng (诱发功, Youfagong) sind Übungen-in-Ruhe-und-Bewegung beim Qigong Yangsheng. Wird von Prof. Jiao Guorui als „Methode der induzierten Bewegung“ bezeichnet und in 9 Stufen geübt.

Zhangong
Wird Qigong im Stehen ausgeführt, so wird dies mit Zhangong (站功, Zhàngōng) bezeichnet.

Zuogong
Im Sitzen kann Qigong ausgeführt werden und heißt dann Zuogong (坐功, Zuògōng).

Qigong ist eine Einladung

Im Westen herrscht ein Ursache-Wirkungs-Denken. Wenn ich dies tue, dann erhalte ich das. Diese Denken entspricht nicht dem Qi. Du kannst durch dein Qigong eine Einladung an das Qi aussprechen. Das Qi kann folgen, muss es jedoch nicht. Die Formel, wenn ich diese Übung mache, dann bekomme ich das, funktioniert nicht. Durch regelmäßiges, nicht-wollendes Üben spricht du eine Einladung aus, welche das Qi annehmen kann.

In diesem Sinne praktizierst du Qigong nicht mit einer Zielrichtung, sondern um der Freude an der Praxis. Mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Ziel sind nicht acht Wiederholungen, sind nicht fünf Minuten Stehen, sondern die Erfahrung des Tuns, das Spüren deiner Praxis.

Damit geht Qigong über die Denkweise „Der Weg ist das Ziel“ hinaus, vielmehr gilt „Der Weg ist der Weg“.

Wieder Ulla Blum, so treffend:

»Entspannung und Natürlichkeit sind das angestrebte Ziel der Qigong-Praxis, und Langsamkeit und Einfachheit in der Bewegung, ihr bestimmendes Merkmal.«

Ulla Blum

Qigong und das Dàodéjīng

Das Dàodéjīng beschreibt an mehrere Stellen treffend das Wesen von Qigong. Hier eine kleine Auswahl (Übersetzung nach Mitchell).

»Fülle deine Trinkschale bis zum Rand,
und sie wird überlaufen.
Schärfe dauernd dein Messer,
und es wird stumpf werden.
Jage Geld und Sicherheit nach,
und dein Herz wird sich niemals öffnen.
Sorge dich um den Beifall der Leute,
und du wirst ihr Gefangener sein.
Verrichte dein Werk, tritt dann zurück.
Das ist der Weg zur Gelassenheit.«

»Wenn Du etwas zusammenziehen willst,
musst Du es sich erst ausdehnen lassen.
Wenn Du etwas beseitigen willst,
musst Du es sich erst entfalten lassen.
Wenn Du etwas nehmen willst,
musst Du es Dir erst geben lassen.

Das heisst feine Wahrnehmung
der Dinge, wie sie sind.

Das Weiche überwindet das Harte.
Das Langsame überwindet das Schnelle.
Verrichte deine Arbeit in Stille.
Wirke durch das Vollendete.«

»Das Dao handelt nicht, und doch sind alle Dinge getan.
Wenn ein Herrscher sich daran orientiert,
dann entfaltet sich die Welt von selbst, in ihrem natürlichen Rhythmus.

Menschen werden zufrieden mit ihrem Leben, ihrem Alltag,
in Harmonie und ohne Begierde.

Wenn es keine Begierde gibt,
sind alle Dinge friedlich.«

Ein treffendes Zitat von Prof. Jiao Guorui

»Manche Menschen halten Qigong für etwas sehr Geheimnisvolles und denken, dass es sehr schwer zu beherrschen sei. In Wirklichkeit ist Qigong ganz und gar nicht geheimnisvoll, sondern beruht auf den Gesetzen der Natur. Um die Qigong-Praxis zu meistern, muss man nur unter Anleitung eines Qigong-Erfahrenen gemäß einer bestimmten Methode und deren Schlüsselpunkte praktizieren, von der Oberfläche zur Tiefe vordringen und Schritt für Schritt der Reihenfolge vorgehen.«

Jiao Guorui
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